BDB - Bildung Die Bewegt

Beratung, Dienstleistung und Bildung:
Die Initialen des Bundes Deutscher Blasmusikverbände können für Vieles stehen, dafür aber garantiert. Begreifen sich der BDB mit seiner Geschäftsstelle und die Mitgliedsverbände doch an erster Stelle als Servicestelle für ihre Mitglieder. Beratung zu den unterschiedlichsten Themen sieht er dabei genauso als seine Aufgabe an wie das Bündeln und Bereitstellen von Informationen und die Interessensvertretung in der Öffentlichkeit, gegenüber Politik, GEMA und anderen Institutionen.

Und Interessenvertretung, das ist der BDB aktuell nicht nur für über 75.000 Amateurmusikerinnen und -musiker, die in rund 1.150 Mitgliedsvereinen und 18 Mitgliedsverbänden in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gemeinsam musizieren. Vielmehr macht sich der BDB auch für die Musik im Allgemeinen stark. Gerade in jüngster Vergangenheit hat er sich mit starker Stimme in die Hochschuldebatte und in die Debatten um Musik in der Grundschule eingebracht.

Hier wie dort, in den Grundschulen und in den Vereinen, geht es dem BDB um musikalische Qualität. Sie zu steigern und die Ausbildung in den Vereinen zu fördern, ist dem BDB ein wichtiges Anliegen und Bildung daher ein zentrales Thema. "Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur sowie von Bildung und Erziehung" heißt es dazu in der Gründungssatzung. Dass dieser Auftrag bis heute nicht nur ernst genommen wird, sondern hohe Priorität genießt, dokumentiert alljährlich eindrücklich das knapp 100 Seiten starke Kursprogramm der BDB-Musikakademie.

Angeboten werden dort Aus- und Weiterbildung für Dirigenten, Instrumentallehrer und Instrumentalisten. Flaggschiff der fachlichen Lehrgänge sind seit vielen Jahren der C3-Kurs und die beiden großen Festivals, die Schwarzwälder Horntage und Staufener Flötentage. Angesichts der Herausforderungen der Zeit kommt aber auch der überfachlichen Bildung eine immer größere Bedeutung zu. Weil sie helfen kann, die Existenz von Musikvereinen zu sichern, umfasst die Bildungsarbeit des BDB inzwischen ein großes Portfolio an überfachlichen Bildungsangeboten. Hier können sich Vereinsverantwortliche zur Führungskraft, zum Kulturmanager, Management- und Marketingexperten im Musikverein ausbilden lassen. Je professioneller, desto zukunftsfähiger: das gilt für die Mitgliedsvereine genauso wie für ihren Dachverband, den Bund Deutscher Blasmusikverbände e. V.

Historie - Über 60 Jahre Impulsgeber

Donaueschingen, am 29. Oktober 1950 - elf Männer sitzen im XYXY um einen Tisch und beschließen die Gründung eines übergreifenden Dachverbands mit dem Namen "Bund Badischer Volksmusikverbände".

Tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen Neugründung. Denn schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es Bestrebungen zur Gründung einer übergreifenden Dachorganisation. Sie manifestierten sich 1926 in der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft von Musikverbänden mit der seit 1924 bestehenden "Oberbadischen Musikzeitung" als offizielles Verbandsorgan.

1930 benannte sich die Arbeitsgemeinschaft in den Bund Südwestdeutscher Musikvereine um und veranstaltete unter diesem Namen 1933 sein erstes Bundesmusikfest in Freiburg im Breisgau.
Schon im selben Jahr, nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, musste der Bund seine Tätigkeit wieder einstellen: zusammen mit 20 anderen Bünden der Volksmusik und der Instrumentalvereine Deutschlands wurde der Bund Südwestdeutscher Musikvereine in den "Reichsverband für Deutsche Volksmusik" überführt, der seinerseits der Reichsmusikkammer unterstellt war. Diese Eingliederung bestand bis Kriegsende. Nach Kriegsende und der offiziellen Wiederzulassung des Vereinslebens wurde in Baden nach und nach wieder mit der Wiedergründung der Musikverbände begonnen.

So wurde 1948, dem Jahr der Währungsreform, der Hegau-Musikverband gegründet, 1949 der Alemannische Musikverband und der Verband Schwarzwald-Baar. 1950 folgten der Acher-Renchtalmusikverband, der Blasmusikverband Bodensee-Linzgau, der Blasmusikverband Hochrhein, der Blasmusikverband Hochschwarzwald, der Musikverband Kinzigtal, der Markgräfler Musikverband, der Musikverband Mittelbaden und der Oberbadischer Blasmusikverband.

Auf Initiative des Hegau-Musikverbands mit ihrem Präsidenten Adolf Haas gründeten die Präsidenten dieser 11 Verbände am 29. Oktober 1950 in Donaueschingen schließlich den Bund Badischer Volksmusikverbände mit der Absicht zunächst einen Zusammenschluss südbadischer Musikverbände zu realisieren, um sich dann als geschlossener Bund, unter Wahrung der Selbstständigkeit , in die Interessensgemeinschaft mit dem Bund Vereinigter Volksmusikverbände zu stellen. Zum ersten Präsidenten wurde der Komponist Emil Dörle und zum ersten Geschäftsführer Fritz Schulz gewählt.

In der Folgezeit traten weitere Verbände dem Bund Badischer Volksmusikverbände bei:
Volksmusikverband Odenwald-Bauland (1953), Pfälzischer Volksmusikverband (1953), Hessischer Musikverband (1954), Blasmusikverband Vorspessart (1954), Volksmusikverband Baden-Pfalz (1955), Blasmusikverband Kaiserstuhl-Tuniberg (1956), Blasmusikverband Ortenau (1956), Blasmusikverband Rhein-Nahe (1956) und der Blasmusikverband Niederrhein (1973).

Da der südbadische Staat 1952 im neuen Südweststaat Baden-Württemberg aufging und sich der Einflussbereich des "Bundes Badischer Volksmusikverbände e.V." zudem auf außerbadische Verbände in Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen ausgebreitet hatte, wurde 1953 der Name des Bundes in Bund Deutscher Volksmusikverbände e. V. geändert.

In den 1970er Jahren wurden mit dem Württembergischen Verband Fusionsgespräche geführt, die jedoch nicht, wie erhofft, zur Gründung eines einheitlichen Landesverbandes führten. Der Status Quo mit zwei eigenständigen Bünden, dem BDB und dem BVBW, blieb bis heute bestehen. Ein reger Austausch auf vielen Ebenen und eine gute Zusammenarbeit der beiden Bünde sind heute jedoch selbstverständlich.

Zeittafel

1926      Gründung einer Arbeitsgemeinschaft von Musikverbänden in Baden
               mit der seit 1924 bestehenden "Oberbadischen Musikzeitung" als offizielles Verbandsorgan.

1930      Umbenennung der Arbeitsgemeinschaft in den Bund Südwestdeutscher Musikvereine

1933      Erstes Bundesmusikfest in Freiburg im Breisgau.

1933      Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten musste der Bund seine Tätigkeit einstellen.

1950      11 wiedergegründete Musikverbände gründen auf Initiative von Adolf Haas, Präsident des Hegau-Musikverbands,
               den Bund Badischer Volksmusikverbände.
               Emil Dörle wird erster Präsident und Fritz Schulz erster Geschäftsführer.

1953      Umbenennung in Bund Deutscher Volksmusikverbände 1968 Umbenennung in Bund Deutscher Blasmusikverbänd e. V.